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PROTOKOLL
Anwesend:
André Frédéric, Chris Winter, Frank Kohls, Frank Reichwein,
Helmut Peters, Heribert Bender, Jörg Lennartz, Joachim
Neubauer,
Joe Brückmann, Marty Monroe, Michael Marteau, Mikel Henry, Nick
Barker, Patrick, Robert, Roland
Fischer, Stephan Kaiser, Thomas
van Leeuwen
Beginn: ca. 20:00 Uhr - Ende: ca. 00:15 Uhr
Diskussionsleitung: Thomas und Helmut
Protokollführung: Chris
Zu Anfang erläuterte Heribert die finanzielle Situation des
Senders im Zeitraum Mai 1981 bis September 1983:
| Kasse: |
Einnahmen: |
Ausgaben: |
Verwendung: |
| Taschenkasse |
255,- DM |
254,- DM |
Miete, Antennenbau |
| T-Shirt-Kasse |
1026,- DM |
1026,- DM |
Stickers, Porto |
| 5 DM-Mitgl. |
2240,- DM |
2240,- DM |
Miete, Comp., Ant. |
| Ehrenmitgl. |
1650,- DM |
1650,- DM |
s.o. |
| Stickers |
1710,- DM |
1710,- DM |
s.o. |
| Heribert, Helmut, Hittips |
8982,- DM |
4000,- DM |
Stromrechnung |
| Gesamter Betrag in DM: |
15863,- DM |
19863,- DM |
* Anmerkung des Webmasters:
Rechnerisch kommt
das nicht so ganz hin; der Fehler ist im Original-Protokoll
gemacht worden
Anschaffungs- und Aufbaukosten bleiben hierbei unberücksichtigt.
Die Stromrechnung wurde als noch nicht bezahlt
bezeichnet,
wodurch der Sender mit 4000,- DM verschuldet sei. Daraufhin
wurden unterschiedliche Möglichkeiten
diskutiert, die Schulden
zu tilgen. Als einzige (sic) Alternative erschien eine Sammlung
unter den Anwesenden, da zum
beispielsweise der Erlös durch den
Verkauf von Stickers etc. erst in einem halben Jahr zur
Verfügung stehen würde, die
Schulden jedoch bis zum 30.9.83
bezahlt sein müssten, da sonst der Sender von der Hausbesitzerin
(Baraque Michel)
stillgelegt würde.
Der Erfolg einer Sammlung wurde jedoch stark bezweifelt, da wohl
nicht jeder in der Lage wäre, ca. 250,- DM in den
nächsten zwei
Wochen einzuzahlen.
Patrick und Helmut verkündeten daraufhin folgende Lösung:
Die Stromkosten werden von Patrick getragen, als Gegen-
leistung
gehöre ihm dann die Sende- und Studioanlage. Helmut hört bei
BNL auf und geht zu Radio Bockreiter. Die Mit-
arbeiter könnten
entweder mit Helmut bei Bockreiter weiterarbeiten oder bei BNL
(und damit bei Patrick) bleiben und
müssten ohne ein
Mitbestimmungsrecht einen Monatsbeitrag von 20 DM entrichten.
Die anschließende Diskussion brachte massive Vorwürfe gegen
Helmut, Thomas und Heribert (dem "Management").
Ihnen
wurde vorgeworfen, die Mitarbeiter viel zu spät über die
finanzielle Situation aufgeklärt zu haben und nun vor
vollendete
Tatsachen zu stellen. Die Allgemeinheit fand sich mit der von
Patrick offenbar angestrebten Lösung nicht
einverstanden und
suchte nach Wegen, die Schulden zu bezahlen. Es wurde
festgestellt, daß ohne BNL-Sendungen auch
kein Einkommen zu
erzielen sei, ein Abschalten also keine Besserung der finanziellen Lage durch Mittelzuflüsse von
außen
(Hörerbeiträge oder -spenden) ermögliche. Ein Verkauf des 3.
BNL-Senders wurde erwogen, von Helmut jedoch
als unmöglich
dargestellt, da er nicht betriebsbereit sei.
Als Rechtfertigung für die zu späte Information der
Mitarbeiter brachte das Management die Schwierigkeiten mit der
ge-
planten Sendung "Disco-Live" vor. Wenn der
entsprechende freie Mitarbeiter seine Forderungen gegenüber den
Disko-
theken nicht so hoch geschraubt hätte, weswegen diese alle
absprangen, stünde BNL ein Monatseinkommen von ca.
2000,- DM zur
Verfügung, so daß die heikle Finanzlage hätte vermieden werden
können.
Patrick stellte im Verlauf der Diskussion dar, daß er keine
andere Lösung akzeptiere, als daß er durch die Begleichung
der
Stromkosten alleiniger Besitzer des Senders würde. Die
Allgemeinheit vermochte nicht einzusehen, warum bei dieser
Lösung Helmut den Sender verlassen und zu Bockreiter gehen
sollte. Man vertrat den Standpunkt, daß die Stromkosten
letztlich durch Alle verursacht wurden, und somit Helmut keine
Alleinschuld treffe. Helmut verkündete daraufhin, daß er
freiwillig ginge und mit Bockreiter ein ähnlich großes Projekt
wie BNL verwirklichen wollte.
Weiterhin unterrichtete Patrick die Allgemeinheit über die
Modalitäten der Zusammenarbeit mit ihm. Beispielsweise
würden
Mitarbeiter, die eine zweite unentschuldigt fehlende Sendung
nicht einschickten, sofort ´rausgeschmissen. Der
Monatsbeitrag
der Mitarbeiter betrage 20,-DM als Gegenleistung für
Stromverbrauch und Miete. Dabei entstünden den
Mitarbeitern
keinerlei Mitspracherechte.
Die Allgemeinheit diskutierte im Folgenden, daß es auch unter
Helmut keinerlei Mitbestimmung gegeben habe. Am
Monatsbeitrag
wurde bemängelt, daß er auf jeden zuteffe, unabhängig von
sonstigem persönlichen Engagement (wie
beispielsweise das
Zusammenstellen der Band-Kopien).
Immer wieder kam das Thema der zu späten Information der
Mitarbeiter auf Helmuts Vorwurf, man hätte sich da schon
vorher
Gedanken machen müssen, wurde scharf zurückgewiesen, da
aufgrund des Informationsmangels keinerlei Anlass
bestanden
hätte, sich Sorgen um die finanzielle Zukunft des Senders zu
machen. Fragen nach der finanziellen Situation
habe Helmut
stets abgeblockt und keine Auskünfte erteilt.
Zur Möglichkeit des persönlichen Engagements der Mitarbeiter
wurde gesagt, daß es neben den regelmäßigen Produkt-
ionen kaum noch Zeit gebe, Hittips zu verkaufen oder Ehrenmitglieder zu
werben. Sei dies dennoch gelungen, stünden
zur Zeit noch
nicht einmal Mitgliedskarten zur Verfügung.
Schließlich zeigte sich die Allgemeinheit über die
20,- DM - Lösung teilweise unglücklich, da BNL dann eine Art
Verein
darstelle, bei dem der Einzelne zu einem zahlenden
Mitglied würde. Ein Zusammengehörigkeitsgefühl könne nicht
auf-
kommen, der Einzelne sei nur noch ein kleines Rädchen in
einem von Patrick besessenen Getriebe.
Helmut beendete die Diskussion mit dem Hinweis, daß sich
einzelne durchaus engagiert hätten, wenn es auch hierbei
teil-
weise Anlaß zu Kritik gegeben hätte. Er bedankte sich für
dieses Engagement und kündigte eine Lösung an, die bereits
verwirklicht sei. Die vorangegangene Diskussion sollte ihm lediglich zeigen, inwieweit die einzelnen Mitarbeiter bereit
seien, BNL mehr als bisher zu unterstützen.
Helmut verkündete, daß 6 Stunden Dienstags - Programme
verkauft- und eine Erweiterung des Programmschemas
auf
den
Donnerstag geplant seien. Dieser Verkauf wäre bereits vor 14 Tagen
realisiert, aber bis zu diesem Treffen geheim-
gehalten worden, um die
Meinungen der Mitarbeiter erfahren zu können.
Die Stromrechnung (4000 DM Schulden) sei vom WMR - Team bezahlt
worden, das auch die Dienstags - Stunden
gemietet habe. Die
Einführung von Mitgliedsbeiträgen komme nicht in Frage, da sie
durch den unterschiedlichen Einsatz
Einzelner ungerecht ist.
Helmut ergänzte noch, daß es ab Februar 1984 sogar möglich
wäre, der Wochenend - Crew die
Fahrtkosten zu ersetzen.
Aufgrund des stark unterschiedlichen Engagement der
Mitarbeiter verkündete Helmut folgende Verpflichtungen:
Jeder habe die Wahl zwischen folgenden Möglichkeiten:
- einmalige Zahlung von 100,- DM (ab Feb. regelmäßiger
Beitrag)
- Werbung von drei Ehrenmitgliedern (und weiteren ab
Februar)
- Produktion von vier Stunden Sendezeit
- Erstellen von Bandkopien
- Verkauf von Hittips an Bands (nicht Plattenfirma)
- Vermittlung von BNL-Veranstaltungen
Ausgenommen von dieser Regelung seien folgende Mitarbeiter mit
nebenstehender Begründung
Chris Winter ---------- Vermittlung WMR; 3 Std.-Sendg.;
Organisation
André Frédéric -------- 4 Std. Sendezeit, Bandkopien etc.
Tim Mix---------------- verkauft Hittips
Marty Monroe--------- 3 Std. Sendg.; Interviews; Spenden;
Ehrenm.
Jörg Lennartz --------- Bandkopien
Nick Barker ----------- Bandkopien
Thomas v. Leeuwen - Organisation
Frank Kohls ----------- 4 Stunden Sendezeit
Es würden hierbei keine Leistungen berücksichtigt, die von
Einzelnen in der Vergangenheit erbracht wurden, vielmehr
würde
davon ausgegangen, daß die oben angeführten Mitarbeiter auch
weiterhin die beschriebenen Aktivitäten durch-
führen
oder
aufnehmen würden.
Die Allgemeinheit akzeptierte diese Regelung ohne größere
Diskussion. Es wurde noch der Vorschlag eines regelmäßigen
Kassenberichts gemacht, der jedoch nicht ausdiskutiert wurde.
Auch das Ziel, zukünftig einen Profit anzustreben, um
damit
Unkosten zu decken, wurde erwähnt.
Zum Abschluß der Versammlung unterrichtete Helmut die Anwesenden, daß leider bis zum 1.12. die Sendefrequenz
gewechselt
werden muß, da ein niederländischer Sender in Hulsberg die
aktuelle BNL-Senderfrequenz belegen wird. Mit
einem zweiten
Sender, der ebenso wie eine zweite Antenne noch installiert wird,
soll circa eine Woche parallel auf der
alten und der neuen
Frequenz gesendet werden, um den Hörern den Wechsel zu
ermöglichen. Weitere Informationen über die finanzielle
Situation des Senders wird Helmut evtl. im Februar auf einer
neuen Versammlung geben.
Als neue Regelung gilt ab sofort, daß nach zwei entschuldigt
fehlenden Sendungen der entsprechende Mitarbeiter das
Team
verlassen muß. Es wurde allen geraten, Ersatz-Sendungen zu
produzieren und auf den üblichen Wegen weiterzu-
leiten, um solche
Situationen zu vermeiden. Beim Stil der Sendungen ist zukünftig
streng darauf zu achten, daß entweder eine mehr reißerische
Moderation in Frage kommt, oder jedoch mindestens zwei Titel ohne
Ansage und Jingles hinterein-
ander zu laufen haben (mit sachlicher
Moderation; neues amerikanisches Erfolgsrezept).
Schließlich wurde ein neues Programmschema diskutiert. Am
Schluß dieses Protokolls findet sich jetzt dieses Schema
mit
Stand vom 29.9.1983. Die Versammlung endete mit dem Aufruf, daß
es zukünftig einen Plan geben müsse, der die
personelle
Besetzung der Wochenend-Crew zu regeln ist. Jeder soll sich
Gedanken über seine persönliche Möglichkeiten
machen, den
Sendebetrieb ca. alle sechs Wochen zu betreuen.
Klick
HIER, um Dir die
gekauften Dienstagsprogramme von WMR anzuhören (u.a. mit Dieter
H.) |
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